Will Ihr Kind nicht teilen? So klappt’s!

Kind teilt nicht

Was kann ich tun, damit mein Kind teilt und wie erkläre ich ihm, dass es teilen soll?

Ihr Kind teilt nicht? Oder schimpft, weint, fällt in hysterische Zustände und stellt Sie damit in eine peinliche Lage vor Ihren Freunden, Kollegen oder Familie? Wenn Sie überfordert mit 2 kleinen Kindern sind, die nicht gewillt sind ihre Spielsachen untereinander zu teilen, dann müssen Sie zunächst verstehen, wie Sie dem Kind erklären, dass geteilt werden muss.

Die meisten Eltern kommen irgendwann an den Punkt, an welchem Sie sich fragen, wie sie ihrem Kind klar machen dass geteilt werden muss oder ob es überhaupt sein muss. Kleinkindern gefällt es nicht etwas weg zu geben, was ihnen gefällt – er nimmt alles für sich. Doch wenn wir es ihm nicht erklären, weshalb sollte es seine Meinung von jetzt auf gleich zum Gegenteil wechseln?

Und viele Pädagogen sind der Meinung, dass es auch unnötig ist. Denn Kindern gehört doch schließlich das Spielzeug und sie haben das Recht, wie wir Erwachsene auch, darüber zu entscheiden. Doch wie soll das Kind dann teilen lernen? Sie dürfen es nicht dazu drängen zu teilen, es nicht geizig nennen und schon gar nicht es zu zwingen. Was nicht getan werden kann ist klar, aber was kann jetzt nun getan werden um dem Kind diese wichtige Fähigkeit beizubringen? Dem Kind wird geraten zu warten bis das andere Kind mit dem Spielzeug ein wenig spielt und danach kann es damit wieder spielen. Und das würde auch funktionieren wenn das andere Kind auch warten würde. Aber das ist meistens nicht der Fall und es artet in Streit und Geschrei aus.

Bevor Eltern sich fragen wie, müssen sie erst verstehen wofür.

Warum teilen Menschen?

Der Mensch unterscheidet sich nur wenig vom Tier. Und dieses wenige ist das Soziale. Die Fähigkeit zusammen zu leben, dafür dass jeder einzelne überlebt und wächst. Ohne das hätte die Menschheit in Hungersnöten und Gefahrensituation nicht überleben können. Würde keine langen Kriegszüge durchgestanden haben, wenn im inneren die Menschen nicht untereinander geteilt und sich gegenseitig mit dem nötigem geholfen hätten. Nur so konnte die Menschheit sich auf dem gesamten Planeten ausbreiten und auf Milliarden vermehren.

So stellt diese Fähigkeit des Teilens die Grundlage der späteren sozialen Strukturen eines jeden Kindes zusammen. Das ist die Grundbasis, welche ihm verhilft sich in Kollektiven zu adaptieren. Das ist wichtig zu verstehen, wenn man sich die Frage stellt wie ich meinem Kind erklären soll dass es teilen soll.

Ein Grundlegender, man kann schon sagen, Instinkt der Menschheit ist die gemeinsame Aufnahme von Nahrung. Ein gemeinsames Essen am Tisch bringt Menschen zusammen. Gemeinsam können Leid und Ängste viel besser bewältigt werden. Mit dem Wissen, dass jemand mit Dir sein Essen teilt bringt das Gefühl von Beschütztheit und Geborgenheit. Das gibt Kraft um sich zu entwickeln.

Zu allererst sollte jeder also lernen sie Essen zu teilen. Die Fähigkeit andere Sachen zu teilen stellt also eine Art Bonus dar, der zwischenmenschliche Beziehungen festigt.

Mit der Fähigkeit zu teilen kann sich der Mensch als Mensch bezeichnen!

Das Kindliche „Gib!“ Ist kein Anzeichen von geizig sein oder egoistischem Verhalten, sondern ist ein natürliches Verlangen eines jeden Geschöpfes um zu überleben. Solch ein einfaches Verlangen bezieht sich bei dem modernem Kind natürlich nicht nur auf Essen, doch das Prinzip bleibt gleich. Ein Kind nimmt sich, für sich, noch ohne das können an andere außer sich zu denken. Und hier ist die wichtige Aufgabe der Eltern teilen beizubringen. Damit aus dem Kind ein sozialer erwachsener Mensch wird, der fähig ist sich in Kollektiven zu behaupten, muss man ihm das Gefühl gegeben haben ein Teil des Ganzen zu sein und zu helfen dieses Gefühl für seine Zukunft beizubehalten.

Wie zeige ich also dem Kind das Teilen und stelle es gleichzeitig an, dass es sogar Freude daran empfindet? Fangen wir am besten beim einfachsten an: an eigenem Beispiel zeigen. Sie können ihrem Kimd im Erinnerung holen, dass Mama mit Papa teilt und Papa mit Mama teilt. Das geschieht jeden Tag. Genauso ist es zwischen Geschwistern, Omas und Opas, Tanten, Nachbarn und Freunden – bei allen. Am besten sind hier auch einige Beispiele zu erzählen, dass jemand etwas von jemanden haben wollte und dieser es auch auf Nachfrage bekommen hat. Weil es also alle machen, sollte es auch ihr Kind erlernen, denn es ist nicht schlechter als alle anderen.

Durch Vorsagen der Eltern, fängt das Kind am besten an etwas zu teilen, wovon es viel hat. Das muss regelmäßig wiederholt werden, damit es zur Routine wird. Ihr Akzent sollte dabei darauf fallen ihrem Kind zu betonen, wie angenehm es dem anderen gemacht hat und dass sie sich sehr freuen, dass ihr Kind jemand anderem eine Freude gemacht hat. Dadurch lernt ihr Kind sich zu freuen, wenn es teilt.

Nach und nach kann man kann man immer einen Schritt weiter gehen und ihr Kind soll etwas teilen, was ihm wichtig ist. Wenn ihr Kind anfängt zu zweifeln und es erst einmal nicht hergeben möchte, erinnern Sie es daran, wie schön es ist anderen eine Freude machen, damit auch sich selbst und ihnen ebenso. Wichtig ist es dabei einen sanften und freundlichen Tonfall zu benutzen – nicht nachdrücklich und auffordernd.

Mit der Zeit lernt Ihr Kind sich zu freuen, dass er teilen / jemandem eine Freude bereiten kann.

Nicht alles kommt sofort. Die Fähigkeit zu Teilen gelingt erst Schritt für Schritt. Eltern sollten hier sehr viel Geduld aufbringen. Es passiert auch dass andere Kinder ihrem Kind das geteilte nicht wiedergeben, ihm nicht Danke sagen oder selbst nicht teilen. Es ist nicht schlimmes dabei. Sie können nicht für alle sprechen. Aber man kann immer für sich selbst sprechen. Denn die Menschen die die Fähigkeit haben sich daran zu erfreuen anderen Gutes getan zu haben indem sie etwas von sich abgeben / teilen, fühlen sich selbst viel glücklicher als diejenigen die nur an sich selbst denken.

Ganz besonders wichtig ist es bei Geschwistern das Teilen beizubringen, denn die meisten Streitigkeiten entstehen dadurch, dass die Kinder unter sich nicht Teilen. Später können diese groß gewordenen Menschen leider immer noch nicht Teilen und keine Beziehungen aufbauen. Damit dies Ihren Kindern nicht passiert, müssen Sie es allen zusammen angewöhnen und zeigen, wie wichtig es ist untereinander zu teilen und wieviel Freude es allen in der Familie bringt.

Es ist wichtig dass Sie als Eltern sich dafür genügend Zeit nehmen und sich immer in Erinnerung rufen: Niemand gibt die die Möglichkeit glücklich zu sein, bevor du nicht selbst glücklich bist. Es ist nicht möglich einsam glücklich zu sein!

 

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